Einen Abend lang über User Experience diskutieren

Von Valérie Vuillerat, 15. Oktober 2010

Gestern Abend fand zum sechsten Mal eine Buchbesprechung im Rahmen des Schweizer UX (User Experience) Book Clubs statt. Der UX Book Club ist ein Treffen für Personen, die sich für User Experience (Benutzer-Erfahrung/Anwendungserlebnis) interessieren, um über Bücher zu diesem Thema zu sprechen. Eingeladen hat dieses Mal Thomas Link von Namics, um über das Buch «The inmates are running the asylum» von Alan Cooper zu sprechen.

Das Buch, das von «den Insassen (= Programmierer), die Ihr eigenes Irrenhaus (=Software) betreiben» handelt, zieht Alan Cooper vor allem über Software Entwickler/Ingenieure her, die aus seiner Sicht nicht fähig sind, Programme zu erstellen, die für den Menschen bedienerfreundlich sind.

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Anhand von vielen Beispielen zeigt er die Relevanz von Software auf, indem er beschreibt, was geschieht, wenn Computer mit diversen Objekten wie z.B. einem Flugzeug, einer Fotokamera oder auch einem Wecker «verheiratet» werden. Was dabei rauskommt ist immer ein Computer. Und in den meisten Fällen ist die Software dieser Computer für uns Menschen nicht oder nur schwierig bedienbar.

Er beschreibt in diesem Zusammenhang zwei unterschiedliche Benutzergruppen. Die Entdecker, meist Geeks oder auch Superuser, die solange ausprobieren, bis sie zum Ziel kommen und dabei lernen wie die Software funktioniert (und stolz drauf sind). Und die Überlebenden, die das Gefühl nicht loswerden, zu dumm für die Software zu sein. Cooper begründet diesen Misstand damit, dass bei der Softwareentwicklung in den meisten Fällen ein technologischer Lösungsweg gewählt wird und nicht ein benutzerzentrierter.

In einem zweiten Teil schreibt Cooper darüber, wie man bedienerfreundliche Software baut. Unter anderem über die Definition von Personas. Er ist der Ansicht, dass für die Entwicklung einer gelungenen Software, welche eine breite Benutzergruppe befriedigt, nur eine einzige Persona relevant sei. Für die Homo Logicus unter uns unverständlich, da wir glauben, dass eine breite Funktionalitätspalette, die Bedürfnisse einer grösseren Gruppe befriedigt. Cooper zeigt uns anhand von Autodesign, dass dem aber nicht so ist. Möchte man für 3 Personas, eine Mutter, einen Handwerker und einen Manager, ein Auto designen, würde ein seltsames Konstrukt herauskommen, das schlussendlich niemanden ansprechen bzw. gefallen würde. Das Gleiche gilt für Software: Im Grunde geht es darum, die Software zu vereinfachen und diese mit möglichst wenigen Funktionalitäten anzureichern.

Usability-Tests befindet Cooper für Prototypen nützlich. Sie helfen frühzeitig Fehler auszubügeln, tragen aber nicht dazu bei, ein innovatives Produkt auf den Markt zu bringen.

Bezüglich Form und Inhalt waren wir uns mehr oder weniger einig, dass das Buch einem langen Vortrag ähnelt und sich Cooper eigentlich von Anfang bis zum Ende wiederholt, natürlich anhand zahlreicher Beispiele. Das Buch bringt keine neuen Erkenntnisse hervor. Die im Buch genannten Beispiele und Metaphern können uns, als UX-Berater, jedoch bei der Argumentation in Kundengesprächen helfen.

Ich fand die Diskussion mit den persönlichen Meinungen und Erfahrungen der Teilnehmer bereichernd. Sie zeigt mir auch auf, dass wir uns in unserem Berufsalltag mit den gleichen Fragestellungen auseinandersetzen.

Ich freue mich auf weitere Meinungen zu diesem Buch, bzw. zu diesem Thema.

Eierlegende Wollmilchsäue gibt es nicht.

Mit vielen Funktionen vollgepackte Applikationen machen es dem Benutzer schwer sich zurecht zu finden und ist schlussendlich eine Hemmschwelle die Applikation auch regelmässig und mit Freude zu nutzen. Ich erinnere mich an eine Agentursoftware, die viel zu viel konnte aber schlussendlich nur ein ganz kleiner Bereich von den Mitarbeitern benutzt wurde. Akzeptiert wurde die Software nie.

Microsoft und Adobe machen es vor. Word, Excel, Powerpoint, InDesign, Photoshop, Illustrator etc., jede Software deckt einen Bereich ab und kann Daten aus der anderen Software übernehmen. (nicht immer zufriedenstellend, aber immerhin) Auch wenn MS und Adobe Produkte zum Teil zu vollgepackt sind, sie fokussieren auf den Verwendungszweck.

Ein gutes Beispiel im Web sind die Applikationen Mite (http://mite.yo.lk/) und Billomat (http://www.billomat.com/). Beide Applikationen werden von verschiedenen Entwicklern entwickelt und doch kann, dank API, von Billomat aus auf die erfassten Stunden in Mite zugegriffen werden. Die einzelne App fokussiert dabei auf seinen Verwendungszweck und bietet dem Nutzer das was er braucht.

Wichtig bei der Entwicklung von kleinen Applikationen ist, den Fokus zu bewahren. Sich immer wieder die Frage stellen, wie weit man noch gehen möchte, ob es die Funktion wirklich braucht oder ob sie nur ein kleiner Prozentsatz der User brauchen wird. Bei der Entwicklung von Expenzez (http://expenzez.com) haben wir die User stark eingebunden und immer wieder nach neuen Funktionen gefragt. Erstaunlicherweise wurden gar nicht so viele neue Funktionen verlangt, sondern eher Verbesserungswünsche angebracht. Wir schreiben uns zum Beispiel nie auf, was es noch braucht. Was uns immer wieder im Kopf rumschwirrt, uns beim verwenden der Software auffällt oder von Benutzern empfohlen wird, setzen wir um. Alles andere vergessen wir.

Ich glaube, die Zukunft liegt bei schlanken, einfach zu nutzenden Apps die mit anderen Apps interagieren können.

Eine App, viele Apps?

Die Herausforderung für Design und Development besteht wohl darin in einer App mit vielen Anwendungen auf diejenige, die man als Nutzer gerade braucht, fokussieren zu können. Gleichzeitig gibt es wohl Anwendungen, bei denen es keinen Sinn macht sie in derselben App zu verknüpfen: Gewisse Geräte gehören in die Küche, andere in die Garage.

Ein paar spannende Ansätze

Vielen Dank für die sehr spannende Buch Zusammenfassung. Im Gegensatz zum Autor bin ich der Meinung, dass es wichtig ist, mehrere Personen der gleichen Benutzergruppe einzubeziehen. Es gibt nun mal unterschiedliche Verhaltens- und Gedankenmuster auch bei ähnlichen Menschen. Die Ausschlankung von Funktionen in Anwendungen würde bedeuten, dass nicht eine Umfassende Software entwickelt wird, sondern viele kleine Anwendungen. Zum Beispiel bei der Entwicklung von Apps ist dies eine wichtige Überlegung. Soll man eine Appp mit vielen Funktionen erstellen oder doch besser viele einzelne Apps mit einem Anwendungszweck. Die Frage ist für mich noch nicht abschliessend geklärt. Wie seht ihr das?

Super Review

Gutes review! Du hast die wichtigsten Punkte eingefangen!

Training mit Mike Haskell?

Von Valérie Vuillerat, 13. Oktober 2010

Suchst Du ein Fitnessprogramm, das genau auf Dich zugeschnitten ist? Ein effizientes, massgeschneidertes Training, das vorallem Spass macht? Dann besuche Mike Haskell’s Website!

Die neue Website von Mike Haskell soll die Benutzer über die Vielfalt von «Full Dimensional Training» informieren. Das Trainingssystem zeichnet sich dadurch aus, dass Mike für jeden Kunden ein individuelles Programm gestaltet und seine Kunden während der Ausübung des Trainings korrigiert, unterstützt und motiviert.

Anhand des bestehenden Logos und der Farbwelt, hat Ginetta™ ein unkonventionelles Design erarbeitet. Die Navigation in der Mitte sticht sofort ins Auge. Begleitet von einer wechselnden Bildergalerie und einem persönlichen Zitat von Mike, weckt diese Website Emotionen und spricht den Benutzer sofort an.

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