Dem wunderschönen Gedanken, die Welt besser und einfacher zu gestalten, pflichten wir bei Ginetta™ von ganzem Herzem bei. Deshalb wollte ich unbedingt hören, was die Sprecher zu erzählen haben.
Mitch Hatcher (UX Designer bei Google) nannte den Schnittpunkt zwischen Projectmanagement, Engineering und User Experience «Sweet Spot». Daraus lässt sich sein ergreifender Slogan ableiten: «UX Designers, your are the glue». Yeah, Mitch! Das war schön gesagt und hörte sich entzückend an.

Dies bedeutet für UX Designer, dass grösstenteils ihnen die Aufgabe zusteht, die Kommunikation zwischen Projektmanagement und Engineering zu erhalten und fördern. Die Sprache von beiden zu sprechen ist manchmal alles andere als einfach. Es bedingt ein Verständnis beider Welten und gute Moderationsfähigkeiten, um den Dialog so zu gestalten, dass alle verstehen wovon die Rede ist.
Also liebe UX Designer, nun wissen wir was zu tun ist: «keep the spot sweet». :)

Clive van Heerden (Senior Director of Design, Philips Design) führte uns in die Welt der Design-Provokation ein. Er stellte uns das Probe Programm von Philips Design vor. Das Ziel dieses Programms ist, zukünftige Lifestyle Szenarios zu erkunden, die eine bedeutende Auswirkung auf das Business haben könnten.
Die Projekte werden in Zusammenarbeit mit Experten aus verschiedenen Bereichen durchgeführt. Endend in einer Provokation, sollen diese Projekte eine Basis für die Diskussion über neue Ideen und Lifestyle Konzepte entzünden. Ich persönlich finde es sehr mutig und zugleich wunderschön von Philips in eine Sache zu investieren, die über das Wahrnehmbare hinausgeht und Innovation in diversen Bereichen fördern soll.
Clive hat mich sehr beeindruckt als Redner und Persönlichkeit. Es war nicht zu überhören, dass er viel zu sagen hat – dies tat er auch mit einer unerschütterten Überzeugung. Ihm nicht zu glauben, fiel schwer. Seine Präsentation war geschmückt von hochauflösenden Bildern und Videos. Der Mann schien keine Notizen zu benötigen. Die Wörter schossen aus ihm raus. Daneben besass er auch einen köstlichen Humor – eine gute Kombination, um als Rethoriker zu überzeugen. WOW!
Auf der folgeden Webseite findet man Videos und hat die Möglichkeit am Dialog teilzunehmen:
Ich hoffe innigst, dass Clive auch die anderen Zuhörer ermutigt hat, über ihre Grenzen hinaus zu sehen.
Cheers!

Das Ambiente in der Brasserie Lipp war sehr angenehm und es herrschte eine gute Stimmung. Man spürte die Bereitschaft, voneinder lernen zu wollen. Unter solchen Bedingungen macht es besonders Spass, sein Wissen zu teilen.
Ich hatte das Vergnügen als Erster zu referieren. Mein Vortrag handelte von Progressive Enhancement, HTML5 und CSS3. Der Inhalt richtete sich vor allem an Webdesigner und Webdeveloper. Es freute mich zu hören, dass auch Leute aus anderen Bereichen einen Teil der Inhalte fassen konnten. Cool! :)
Die Vorträge waren allesamt sehr interessant. Am liebsten würde ich zu jedem einen kleinen Beitrag schreiben. Das würde aber den Rahmen dieses Artikels sprengen. Deshalb habe ich beschlossen nur denjenigen Vortrag zu kommentieren, der mich am meisten zum Nachdenken gebracht hat:
Gabriele Fackler (Reflexivity AG) erläuterte anhand von Beispielen, wie eine visuelle Bildsprache für eine Website entstehen kann. Ich fand die theoretischen Ansätze sehr anregend, jedoch fehlte mir ein wenig der Bezug zu dem (aus meiner Sicht) fundementalsten Element im Webdesign: zur Information. Der Inhalt als solches sollte in keinem Kontext fehlen. Für mich funktioniert eine Bildsprache im Web nur dann wirklich gut, wenn sie den Mantel des Inhaltes bildet – ihn unterstützt. Legt der Mantel seinen Schleier darüber und verdeckt ihn, geht der Inhalt unter und droht weniger oder gar nicht wahrgenommen zu werden.
Auch sehr spannend, dass Gabriele den «Iconic Turn» (Ikonische Wende) angesprochen hat. Es beschreibt die Omnipräsenz und den wachsenden Einfluss von visuellen Medien als Anzeichen für den kulturellen Wandel unserer Gesellschaft. Die gewachsene Bedeutung von Bildern hat einen enormen Einfluss auf Webdesign. Es ist unschwer zu erkennen, dass Websites ohne Bilder nicht sehr gut funktionieren.
Es gilt zu beachten, dass damit nicht nur materielle Bilder gemeint sind. Andere Typen von Bildern, die ebenfalls bestimmend für unser Leben sind, sind ebenso von Bedeutung. Die Rede ist von inneren bzw. mentalen Bildern – also Bilder, die bereits in unseren Köpfen vorhanden sind. Diese Bilder zu erkennen und sie gezielt auferstehen zu lassen, kann ein mächtiges Werkzeug sein.
Als Designer sollte man seine Arbeit stets in einen Kontext setzen und die Zielgruppe verstehen. Tut man dies nicht, kann es geschehen, dass falsche Bilder in Köpfen der Benutzer entstehen und somit die Erfahrung zu einem frustrierenden Erlebnis wird.
Ich bin gespannt, wie ihr darüber denkt. Seid ihr auch der Meinung, dass Inhalt zu wenig in den Designprozess mit einbezogen wird?
Cheers!
Spannende Diskussion! Ich fange meistens gerne noch einen Schritt weiter vorne an und zwar mit folgenden drei Fragen:
1) Was ist das Ziel, das mit der Site erreicht werden soll? Und zwar aus unternehmerischer Sicht. Nur wer sich Ziele setzt, kann nachher messen, ob er diese erreicht hat, ob das Konzept, Design, Inhalt erfolgreich sind. Und je nach Ziel, kann das Konzept ganz anders aussehen, die Wichtigkeit von Inhalten ganz unterschiedlich gewertet werden.
2) Die Brand Experience die mit der Site erreicht werden soll. Also welche Gefühle, Assoziationen sollen Konzept, Design und Inhalt beim Benutzer erwecken.
3) Was braucht der Benutzer der Site. Was sind seine Bedürfnisse und Anforderungen? In welchem Kontext wird er das Produkt nutzen?
Mit diesen Fragen im Werkzeugkasten beginne ich ein Konzept zu entwickeln, das Unternehmerischen Zielen, Brandzielen und Benutzerzufriedenheit gerecht wird. Ja - manchmal widersprechen sich diese ganz klar und dann gibt es spannende Diskussionen.
Daher ist m.E. weder Content, noch Design King.
(11.11.10 - 19:26)
So dumm der Claim tönt, so wahr ist er. Uns geht es häufig wie Kriegel Schär. Als reine Programmier-Agentur stehen wir häufig schon rein vom Prozess her am Ende der Kette, wir kämpfen also mit dem Budget schon genug für die minimalen Features. Die Inhaltsdiskussion hätte schon lange im Voraus passieren müssen, tat es jedoch oft nicht. Während der Umsetzung kommen dann die ernsthaften Fragen unsererseits. Die Vorstellungen sind dann jedoch bereits gemacht, das Design ebenfalls und wir sind keine Redaktoren...
Mich bestärkt das Ganze jedoch sehr, die Inhaltsdiskussion mit den Kunden umso mehr aktiv zu führen und möglichst früh in den Prozess eingebunden zu werden.
Was ich ebenfalls sehr spannend finde, ist die Diskussion, ob eine Website in allen Browsern gleich aussehen muss und bin je länger je mehr auch der Meinung, dass dies nicht sein muss, ja nicht sein kann. Wenn der Inhalt nämlich da ist, dem Medium entspricht und sich die Gestaltung dem Inhalt 'unterordnet', klappt das nämlich bestens. Leider gibt es sehr wenige Screendesigner, die sich dessen bewusst sind und die die neuen Möglichkeiten von HTML5/CSS3 bereits kennen, geschweige denn anwenden. Da bin ich gespannt, was in den nächsten Jahren passieren wird.
(09.11.10 - 13:49)
Lieber Genc, es hat mich gefreut, dass Dich mein Vortrag angeregt hat. Anscheinend ist durch den Fokus auf die Bildsprache das Thema Inhalt zu kurz gekommen. Auf jeden Fall gibt es keine Form, die nicht inhaltlich interpretiert wird und keinen Inhalt ohne Form. Aus meiner Sicht ist ein guter Designer jemand, der sich zunächst nach der Zielsetzung der Anwendung fragt und dann eine entsprechnde Grundidee/ein Konzept entwickelt. Inhalt, Navigation und Visuelles werden dementsprechend geformt und zwar aus meiner Sicht genau in genau dieser Reihenfolge. Wenn Du meinen Vortrag nochmals angucken möchtest, mache ich einen Link auf meiner Website...
(09.11.10 - 13:16)
Zu Beginn eines Redesigns stehen seitens des Kunden (ich pauschalisiere, es sind nicht alle Kunden so) oft "nur" seine Vorstellung der Features, die der Auftritt haben muss, welche Kosten zur Verfügung stehen und wann der Launchtermin ist. Auf diese Punkte macht er die Webentwickler bei jedem Projektmeeting aufmerksam und kaum ein Gedanke wird an den Inhalt verschwendet. Der ist ja schon da und muss "bloss" noch per Copy-Paste aus dem alten Auftritt ins neue Design eingesetzt werden.
Dieser Umstand rückt dann in den Hintergrund und bis er zur Sprache kommt, ist oft schon das Budget aufgebraucht, der Online-Termin steht bevor und das Verhältnis ist etwas unterkühlt. Deshalb ist es unsere Aufgabe, auch den Kunden in die Pflicht zu nehmen, ihn auf die Wertigkeit von einmaligem Inhalt hinzuweisen und gemeinsam mit ihm auf das Ziel hinzuarbeiten, den für ihn bestmöglichen Auftritt zu erschaffen.
(04.11.10 - 22:48)
Heute spreche im Rahmen des Internetbriefings über Progressive Enhancement, HTML5, CSS3. Sie können sich die Präsentationsfolien unter folgendem Link herunterladen:
@all:
Danke für die Kommentare liebe Leute. Es freut mich zu hören, dass die Slides gefallen.
Wenn ihr dazu Fragen habt, her damit. :)
(17.11.10 - 14:51)
very nice presentation! loved, you mentioned web sites don't have to look the same in all browsers.
hope people are soon gonna free them selves from this notion. long live html5! hi5!
take care! xoxo
(03.11.10 - 09:43)
danke für deinen vortrag! das funkeln in deinen augen zeigte, dass die schlacht gegen uncoole browser erst angefangen hat. wir kämpfen an deiner seite!
(02.11.10 - 20:19)
Interessante Idee, wie du die Quellen angegeben hast! Geht ja sonst immer vergessen in solchen Vorträgen. Aber auch die Folien vorher liefern gute Inputs.
(02.11.10 - 15:45)